Bestrafung der Benutzung der Karenz

Wollt ihr meckern? Wollt ihr eine Umfrage über eine vergangene Veranstaltung machen?
Hier ist der Platz für vergangene Veranstaltungen.

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Bestrafung der Benutzung der Karenz

Ungelesener Beitragvon bxfahrer » 03. 12. 08. 20:41

Hallo Sportsfreunde,

die Saison 2008 ist vorbei und es gilt in die neue Saison zu blicken.
Der Haupdiskussionspunkt dieses Jahr war die BEwertung der inanspruchgenommenen Karenzminute.
Von einigen Teilnehmern wird die Besprafung mit 5,1 Pkt als zu hart abgewertet. Auch 3,1 Pkt sei noch zu hart. So auch die Diskussion bei der Bürstenbinder-Ori.

Was bringt die Bewertung von 1 Pkt für Vorteile? Wird da das Rasen verhindert?
Da diese Diskussion mittlerweite in den Berichten Ausmaß nimmt, möchte ich dies nun hier ins Forum verlagern.

Nun zuerst meine Meinung.
Ich möchte nach Möglichkeit fehlerfrei ins Ziel. Also schaue ich auch, das ich ohne Karenz ins Ziel komme. Auch die "doofen an die Schlitten Ranfahr-Übung" wird daher um bei Punktgleichheit vorne zu sein mit Sorgfalt gelöst.
Also wenn ich in die Karenz komme, gebe ich meinem Fahrer die Anweisung "Feuer". Aktuelles Beispiel, auch wenn die Minute nur 0,001 Pkt gekostet hätte, wären wir nur 4. geworden und hätten dadurch den Titel im OSWP 2008 verpasst.
Trotzdem sehe ich für die 3.Oberschwaben-Ori die Karenzminute mit 0,1 Pkt vor. Mein Beweggrund ist aber, das der Teilnehmer trotz Karenz die ein oder andere Kontrolle noch anfährt. Ich möchte das Finden der richtigen Strecke höher priorisieren. Wir fahrten ja schließlich "Orientierungs"fahrten.

Nur wie kann ich als Veranstalter das Rasen eindämmen? Eine Idee, wie ich denke auch eine gute, war die in Schorndorf. An dem Fahrtauftrag stand "ZK bestezt ab xx.xx Uhr". Ein richtiger ansdatz ist auch die Aufgabestellung. Ein zuvieles Fahren in 30er oder Wohnzonen, und das bei einem 30er Schnitt. geht nur mit Raserei. Also entweder raus aus dem Ort, viel Landstraße oder mehr Zeit.

So, nun hoffe ich auf eine lebhafte Diskussion.

Grüße
René
bxfahrer
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Re: Bestrafung der Benutzung der Karenz

Ungelesener Beitragvon Peter Trunner » 03. 12. 08. 21:12

Hallo Rene und liebe Mitleser.

Das Rasen wird durch Zeitdruck und nicht durch die Karenz ausgelöst. Zeitdruck kann man bekommen, wenn man sich an irgend was aufhängt, oder einem die benötigte Zeit gar nicht gegeben wird.
Die Rahmenbedingungen für Orientierungsfahrten geben max. 3 Stunden und 75 km vor.
Das bedeutet eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 25 km/h.
Fahrtleiter die den Schnitt auf 27,5km/h ansetzen erhöhen den Druck auf den Teilnehmer um 10%
Fahrtleiter die den Schnitt auf 30,0km/h ansetzen erhöhen den Druck auf den Teilnehmer um 20%
Fahrtleiter die den Schnitt auf 35,0km/h ansetzen erhöhen den Duck auf den Teilnehmer um 40%

Wenn nun ein Teilnehmer, warum auch immer Karenz in Anspruch nimmt, muss man darüber nachdenken welche"Bestrafung" dafür angemessen ist.
Dem bin ich noch nie entgegen gestanden.

Aber ich wiederhole nochmal, der Zeitdruck und die Raserei kommen nicht von der Karenz.
Ich predige schon lange Zeit, zurück zu den 75 Km und 3 Stunden Fahrzeit.
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Re: Bestrafung der Benutzung der Karenz

Ungelesener Beitragvon Bernie S » 03. 12. 08. 21:44

Hallo,

hierzu auch einige Anmerkungen von mir:

Die 5,1 Fehlerpunkte im OSWP waren mir noch nie recht, weil ich als Fahrer kurz vor knapp dann doch über alle Verhältnisse fahre, und das nur ungern. Und wenn ich vom Start an kein Risiko eingehen will, muß ich von Anfang an Dampf machen, man weiß ja nie. Aber jeder kann sich aussuchen, ob er bei diesen Fahrten teilnimmt.

In Bayern gibts 1 Fehlerpunkt pro Minute, und das eine ganze Stunde lang, das finde ich eigentlich fair. Da kann man auch mal bis zu 9 Minuten suchen oder noch dranhängen, um mit einer weiteren SK belohnt zu werden.

Woanders, ich glaube im Westen u. Norden, gibt's 1 Stunde Karenz, ohne Strafpunkte, nur bei Punktgleichheit.
Da kann man dann wirklich sorglos unterwegs sein, zumindest für meinen nicht sehr ausgeprägten Ehrgeiz reicht "punktgleich" mit dem ersten völlig aus.

Ob 30 Minuten oder 1 Stunde Karenz, hängt stark von den Aufgaben ab, bei dem klaren Regelwerk im OSWP reicht 1/2 Stunde völlig aus, die Bayern fahrn auch schon mal 130 km am Stück, da ist auch schnell eine Stunde verdaddelt,
(beim ADMV wären manchmal 2 Stunden ganz gut, um Regelwerk und Aufgaben konform zu kriegen :P ).

Grundsätzlich finde ich multikulti in Ordnung, wie oben gesagt suche ich mir die Veranstaltungen aus, und wenn eine Fahrt fehlerfrei und regelkonform ausgearbeitet ist, sollte die Karenz eh' kein Thema sein.
Schöne Grüße an alle.

Bernie S
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Re: Bestrafung der Benutzung der Karenz

Ungelesener Beitragvon michl » 03. 12. 08. 22:12

ich finde die 0,5 Strafpunkte beim NAVC ok
das ergibt 20 min ist eine NK / OK ...

weniger Strafpunkte pro Minute sind auch ok, aber bei ausnutzen der vollen Karenz soll es mehr als eine OK sein

der maximale Schnitt von 35, der beim NAVC erlaubt ist, ist bei einfachen Aufgaben ohne viele Ortschaften meist locker zu schaffen, sind die Aufgaben schwerer kann man den Schnitt auch langsamer machen.
vor ein paar Jahren bei den Tücken war ein Schnitt von 25, fast jeder hat eine Stunde Karenz gebraucht.


vor ein paar Jahren hat mal ein Fahrtleiter gesagt " ich setzt einen höheren Schnitt an, damit die Teams früher ins Ziel kommen" das halte ich für unmöglich für einen ORI Fahrtleiter. die Aufgaben dazu waren zu schwer, um den höheren Schnitt zu schaffen.

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Re: Bestrafung der Benutzung der Karenz

Ungelesener Beitragvon Frankenstein » 03. 12. 08. 23:09

Das Thema um die Bestrafung der Karenz mit mehr als 3 Punkten/Minute begleitet mich schon geraume Zeit. Ich habe mir mal vor langer Zeit in diesem Forum die Mühe gemacht, die Unsinnigkeit dieser Regel zu verdeutlichen. Da ich mich ungern wiederhole, kann derjenige, den es brennend interessiert, sich in diesen ziemlich ausführlichen Thread noch mal einlesen.

viewtopic.php?f=6&t=234

Die Tatsache, dass in den fast drei Jahren noch nicht viel Bereitschaft zur Veränderung zu erkennen war, dass inzwischen gerade wegen dieser Regelung etliche Teilnehmer den Ori-Südwest-Pokal-Läufen den Rücken gekehrt haben, hatte mich eigentlich dran zweifeln lassen, dass meine damalige Kritik noch irgendwann einmal Gehör finden würde. Doch es scheint, dass der bewusst etwas provokativ geschriebene Bericht von Florian tatsächlich wieder etwas Bewegung in diese Diskussion gebracht hat, dass im Interesse des Sports bis dahin festzementierte Mehrheitsverhältnisse unter den Veranstaltern ins Wanken kommen könnten.

Peter hatte sich seinerzeit mit großem Engagement an dieser Diskussion beteiligt. Auch damals wurde eine Diskussion um die Bestrafung der Karenz und eine Diskussion über den Schnitt einer Ori miteinander vermengt, zwei getrennt voneinander zu betrachtende Themenkreise. Dies ist auch in der heutigen Diskussion wieder der Fall. Ein Deutschlehrer würde dazu sagen: Thema verfehlt. Es geht im Titel dieses Beitrags ausschließlich um die Bestrafung der Karenz. Eine Diskussion über Schnitte sollte an einer anderen Stelle geführt werden.

Ich sage auch warum. Alle, die sich bisher an der Diskussion beteiligt hatten, gehören zu den Teilnehmern, die an guten Tagen in der Lage sind, eine Ori zu gewinnen. Wer eine Ori oder gar eine Pokal-Serie gewinnen will, der hat natürlich auch den Ehrgeiz (und meistens auch die Klasse), eine Fahrt innerhalb der Karenz zu beenden. Und wenn Philipp und René dies letzte Woche knapp nicht geschafft hatten, so sind sie trotzdem kein Maßstab, denn bei einer Minute Überzeit ist es wirklich egal, ob es 0,000001 oder wie im Reglement vorgesehen 5 Punkte gibt. Aber Namen wie die Herren Trunner, Steffan, Weber oder Lenck sind für mich gar nicht die Richtschnur. Wir machen ja Orientierungsfahren nicht nur für die Leute, die sich Ihre Meisterschaftssiege in die Signatur einzutragen pflegen.

Wir vergessen immer die Teilnehmer, die noch nie auf dem Treppchen gestanden haben oder die sich erst langsam in die Materie einfinden wollen. Ich nenne mal als Beispiel den Teilnehmer Dietrich K. Er ist eine erfahrener Motorsportler, der erst vor kurzem als Beifahrer das Interesse am Orientierungssport gefunden hatte. Er war im September bei der von mir organisierten Frankenstein-Ori (Info für Peter: Schnitt 26,5 km/h) gestartet. Obwohl diese Veranstaltung als ziemlich knifflig gilt, hatte er die Aufgaben recht gut gelöst, aber die Karenz um 32 Minuten überschritten.

Da ich mich aber bewusst nicht an die Veranstaltungsregeln den OSWP gehalten habe, sondern die Minute mit 0,6 statt der vorgegebenen 5 Punkten bewertet habe, und auch für B-Teams die Karenz über die vorgeschriebenen 30 Minuten verlängert hatte, musste seine Fahrerin, übrigens Führerscheinneuling, die Fahrt keinesfalls im Rallyetempo bestreiten. Am Ende hatten sie den zweiten Platz in der B-Klasse erreicht und außer einem Pokal viele positive Eindrücke mit nach Hause gebracht.

Letzten Samstag habe ich Dietrich in Ramberg wieder getroffen. Weil er bei meiner Fahrt soviel Spaß hatte, wollte in seiner pfälzischen Heimat erneut einen Versuch auf einer Ori machen. Und seine Beifahrerleistung war gar nicht schlecht. Mit nur 8 Kontollfehlern hatte er bewiesen, dass er aus den bei mir gemachten Fehlern schon etwas gelernt hatte. Trotzdem war er im Ziellokal total frustriert. 23 Minuten Verspätung hatten die ganze gute Leistung zunichte gemacht. Zu den 80 Strafpunkten kamen noch weitere 71,3 dazu. Alles in allem reichte es nur zu einem drittletzten Platz. Das heißt die Orientierungsleistung hatte kaum noch eine Rolle gespielt. Bei einer Wertung wie bei der Frankenstein oder wie nächstes Jahr bei der Oberschwaben hätte die Zeitwertung nur einen Einfluß bei Punktgleichheit gehabt und die Leistung des Orientierens wäre entsprechend gewürdigt worden.

So kann man nur hoffen, dass sich der Frust bei Dietrich K. bis zur nächsten Saison wieder legt. Andernfalls hätten wir erneut ein B-Team weniger am Start. Wollen wir das wirklich?

Christoph Schömer

1987 Sieger Internationale Deutsche Rallye-Meisterschaft, Gruppe N
(Um daran zu erinnern, dass das Schnellfahren auch seinen Reiz hatte, nur eben nicht auf Oris.)
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Re: Bestrafung der Benutzung der Karenz

Ungelesener Beitragvon Peter Trunner » 03. 12. 08. 23:47

Oh Christoph, habe ich nicht deutlich signalisiert das ich seit über zwei Jahren auf den Antrag von dir, die Karenz zu ändern warte!
Warum in Gottes Namen stellst du ihn nicht und nennst mich nach der Sitzung in Ramberg hinter meinem Rücken einen Betonschädel?
Es ist nicht die Aufgabe eines Schirmherren den Fahrleitern vorzuschreiben, wie die Einzelveranstaltungen auszusehen haben.
Es sind nicht meine Regeln, es sind unsere, frei gewählt.
Es sind die aktiven Fahrtleiter im OSWP, die mit ihren Anträgen den Pokallauf gestalten und niemand von außen.
Wie oft muss ich das noch sagen?
Oder hast du Angst davor, dass dich irgendwann einmal einer für deinen persönlichen Einsatz öffentlich DEPP nennt?
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Re: Bestrafung der Benutzung der Karenz

Ungelesener Beitragvon Frankenstein » 04. 12. 08. 1:13

Peter,
eine ausführliche Erklärung habe ich dir per mail geschickt, weil auch Dinge anzusprechen waren, die nicht in ein öffentliches Forum gehören. Für alle anderen: Erst wenn unter den Veranstaltern das notwendige Problembewusstsein vorhanden ist, dass hier ein Zusammenhang mit dem festzustellenden Starterschwund besteht, dann macht es Sinn, einen Antrag zu stellen. Aber wie gesagt; Es scheint, dass die bisher nicht stattgefundene Diskussion zu dem Thema in Fluss gekommen ist.
Zuletzt geändert von Frankenstein am 04. 12. 08. 11:35, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Bestrafung der Benutzung der Karenz

Ungelesener Beitragvon Xodraz » 04. 12. 08. 10:45

Hallo,

jede Pokalrunde hat ihre eigenen Regeln. Wie Peter schon richtig sagte, werden diese Regeln von allen teilnehmenden Vereinen/Fahrtleitern aufgestellt, darüber abegestimmt und sind dann auch für diese gültig.
Ich persönlich kann nur (bis jetzt) aus dem süddeutschen Raum berichten.
Bayern sind meist 1 SP/min und bis zu 60min Karenz je nach Länge der Veranstaltung vorgesehen. Im OSWP dementsprechend 5,1 SP/min.

Wenn ich so meine 20 Jahre Orizeit zurückblicke, hatte ich beim OSWP noch nie ein Problem die Sollzeit nicht zu packen. Liegt wohl auch daran, dass die Schnitte hier 10km/h niedriger sind als in Bayern.
Tut aber eigentlich nichts zur Sache. Wichtig ist nur eins:
Entscheide ich mich, bei einer Ori mitzufahren, muss ich auch die Regeln als gegeben hinnehmen !
Und entsprechend während der Fahrt agieren. (Zeitmanagement). Passen mir die Regeln nicht, dann sollte man auch nicht mitfahren.

Will man Regeln ändern, muss man den Weg eines Antrags/Abstimmung nehmen.
Zuletzt geändert von Xodraz am 04. 12. 08. 17:06, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Bestrafung der Benutzung der Karenz

Ungelesener Beitragvon Kuinke » 04. 12. 08. 12:56

Hallo zusammen,

Also ich finde die Bestrafung der Karenz ebenfalls für sinvoll. Über die Höhe will ich mich aber nicht äussern.

Aber noch zu einen Vorschlaf, um Raser zu bestrafen. Man kündigt vorher an, das der Schnitt auf einem Teilabschnitt überprüft wird. Dann wird an einer SK die Zeit und Startnummer Notiert. An einer zweiten SK genau das gleiche. Den Abstand der beiden SK (so und soviel km) weiss man natürlich genau und die Strecke dazwischen sollte keine Autobahn sein. Nun kann man einfach den Schnitt ausrechnen (mit jeder freien verfügbaren Tabellenkalkulation in 10 Minuten erledigt) und irgendwie bestrafen. Vielleicht pro km/h Abweichung einen Punkt oder so.

Also ich finde den Vorschlag gut...

Carsten
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Re: Bestrafung der Benutzung der Karenz

Ungelesener Beitragvon Xodraz » 04. 12. 08. 17:12

Kuinke hat geschrieben:Hallo zusammen,

Aber noch zu einen Vorschlaf, um Raser zu bestrafen. Man kündigt vorher an, das der Schnitt auf einem Teilabschnitt überprüft wird. Dann wird an einer SK die Zeit und Startnummer Notiert. An einer zweiten SK genau das gleiche. Den Abstand der beiden SK (so und soviel km) weiss man natürlich genau und die Strecke dazwischen sollte keine Autobahn sein.

Carsten


Stimmt, das hatte ich ganz vergessen, wird in Bayern als geheime Zeitkontrolle teilweise praktiziert. Man nimmt dann die Abweichung von der Sollzeit in Sekunden. Ähnliches Instrument mit gleichem Ziel ist die Gleichmäßigkeitsprüfung.
Meist so, dass man sich die Sollzeit ausrechnen muss.
Beides wird dann aber nur als Kriterium bei Fehler/Punktgleichheit eingesetzt und quasi indirekt bestraft.
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Re: Bestrafung der Benutzung der Karenz

Ungelesener Beitragvon mikemannem » 04. 12. 08. 17:33

Frankenstein hat geschrieben:
Peter hatte sich seinerzeit mit großem Engagement an dieser Diskussion beteiligt. Auch damals wurde eine Diskussion um die Bestrafung der Karenz und eine Diskussion über den Schnitt einer Ori miteinander vermengt, zwei getrennt voneinander zu betrachtende Themenkreise. Dies ist auch in der heutigen Diskussion wieder der Fall. Ein Deutschlehrer würde dazu sagen: Thema verfehlt. Es geht im Titel dieses Beitrags ausschließlich um die Bestrafung der Karenz. Eine Diskussion über Schnitte sollte an einer anderen Stelle geführt werden.


Die beiden Themen gehören aber zusammen als Verantwortungsvoller Fahtleiter sollte man seine Aufgaben und Stckenlänge so herraussuchen, daß mit dem vorgegebenen Schnitt ( auch ich halte 25 km/h als die beste Lösung) zu Fahren sind.

Als Beispiel möchte ich gerne meine beiden Fahrten im November bei den keines der B-Teams auch nur eine Minute Karenz in anspruch genommen hat
Klar war der ein oder andere A-Fahrer nach 2 Stunden und 15 Minuten im Ziel

ES LIEGT ALLEINE BEIM FAHRTLEITER
Wenn ich sehr knifflige und oder neue Aufgaben Stelle sollte ich den Schnitt senken

Übrigens wir sind Ramberg ohne große Raserei in 2Stunden 20 Minuten gefahren und hätte ich nicht beim Übertragen geschlafen auch eine bessere Platzierung gehabt

Gruß MIke

P.S. Wenn nur einer Verspricht bei mir zufahren wenn ich die punkte der karen reduziere mach ich das sofort
(Bei mir hat sie eh keiner gebraucht)
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Re: Bestrafung der Benutzung der Karenz

Ungelesener Beitragvon Patrick Weber » 04. 12. 08. 18:41

Hallo zusammen,

komme gerade von der Motor-Show in Essen und kann deshalb erst verspätet meine Meinung dazu kunt tun.

Auch ich finde eine Bestrafung sollte sein. Aber das Orientierungsfahren sollte immer noch im Vordergrund stehen.
Der Beitrag von Ch. Schömer spiegelt es glaub ich am besten wieder. Auch ich kenne D. Kissel aus früheren Tagen.
Mit welchen Ergeiz er an die Sache rangeht und sich seine Fehler teilweise von mir im Ziel erklären lässt, ist schon
beachtlich. Hier kommt ein neues B-Team, das sicher regelmäßiger unterwegs ist. Aber wenn das zu spät kommen
so arg bestraft wird, könnte der Lustfaktor schnell dahin sein. Und deshalb sollte man die Orientierungsleistung
höher bewerten, als die Zeit. Ob nun 1 Strafpunkt oder 0,5 Starfpunkte richtig sind, weiss ich nicht genau. Aber
die Lust am Ori-Sport sollte auch das suchen der OK sein und nicht wer hat heute ein schnelles Auto dabei und kann
die Zeit auch mit einem mittelmäßigen Beifahrer schaffen.
Und wollen wir denn unnötig die Bevölkerung auf uns aufmerksam machen, indem wir durch Orte rasen, oder über
die Feldwege glühen. Nur wenn wir dem Teilnehmer genug Zeit geben und die Entscheidung einer Ori in der
Schwierigkeit der Aufgaben liegt, dann haben wir noch lange Spass am ORI-SPORT.
Bestes Beispiel hierfür war die Ori aus dem Südwestpokal in Schorndorf am 25.10.2008 von den Brüdern Heinz und Bernd Hoffmann.
Kein Teilnehmer hatte die vorgegebene Zeit von 3 Std. 45 Minuten überschritten und der Sieger der Ori hatte am Ende
insgesamt 4 Fehler gemacht. So stelle ich mir eine gute Ori vor.

Bei meiner ersten ORI am 19. September 2009 wird die Ori selbst in 222 Minuten zu fahren sein ( ca. 80-90 km ).
Also genügend Zeit um auch alle OK`s zu finden. Erst dann wird jede Minute zu spät mit 0,5 Strafpunkten belegt.
Für Punktgleichheit wird eine Schnittüberwachung zur Wertung kommen. Also wird auch gleichmäßiges fahren (25 km/h)
belohnt.

Viele Grüße an alle
Patrick Weber
Patrick Weber
 

Re: Bestrafung der Benutzung der Karenz

Ungelesener Beitragvon Peter Trunner » 04. 12. 08. 19:40

Hallo Chistoph und liebe Mitleser,

bevor hier weiter über das Regelwerk des OSWP redet, lest es bitte durch!
Hier der Link: http://www.ori-suedwestpokal.de/unterla ... tpokal.doc

Passus 8:
Die Fahrzeit darf nicht bewertet werden. Es werden 30 Minuten Karenz gewährt, deren Nutzung pro Minute mit je einer ½ Kontrolltafel (5 Strafpunkte) berechnet werden sollte.

Wichtig ist auch der Passus 13:
Abweichung dieser Veranstaltungsregeln sind in der Einzelausschreibung anzukündigen.

Somit ist wenn man es genau nimmt jedem alles freigestellt. Man versteckt sich manches mal dahinter und sagt: Ich bin daran gebunden. Das ist aber nicht richtig.

Was wollen wir? Das die Raserei aufhört, oder das sie nicht mehr so hoch bestraft wird?
Ich möchte, das die Raserei aufhört und man eine Ori ganz normal durchfahren kann. Das genügend Zeit vorhanden ist, mal was von Hinten aufzudrösseln.

Dazu nehme ich noch mal die Bürstenbinder als Beispiel:
Schlagen wir mit der vollen Härte des OSWP-Regelwerk zu und brummen den Teilnehmern 5 Strafpunkte pro Karenzminute drauf.
Macht bei Philipp und Rene anstatt 3,1 volle 5,0 Strafpunkte.
Resümee von den Beiden: Wir sind gut, aber zu langsam. Das müssen wir in Zukunft etwas strammer angehen.
Alternativ eine Softlösung mit 0,5 Strafpunkten
Macht 0,5 Strafpunkte
Resümee von den Beiden: Wir sind gut, aber zu langsam. Das müssen wir in Zukunft etwas strammer angehen.

Machen wir jetzt mal eine Pause und schauen zum Team Zercher/Dietrich an. Die hatten 8 Kontrollen und 71,3 Strafpunkte für die 23 Minuten Karenz = 151,3 Strafpunkte und Megastress im Auto, a.d.W. zum greifen nahe..
Geben wir hier die Softkarenz von nur 0,5 Strafpunkten macht das 91,5 Strafpunkte und einen Megastress im Auto, a.d.W. zum greifen nahe.

Jetzt treffen wir das Team Zercher/Dietrich mit der vollen Härte des OSWP. Aber mit dem gesamten Regelwerk! Das heißt 5 Strafpunkte pro Karenzminute, aber da der Fahrtleiter die vorgegebene Streckenlänge um 20% überschreitet, ohne die Zeit ebenfalls um 20% anzuheben müssen die Teilnehmer einen 30km/h-Schnitt an den Tag legen.
Würde der Fahrtleiter auch die Fahrzeit um 20% erhöhen um den Schnitt wieder auf die geforderten 25km/h zu bringen,
dann würde das Team Zercher/Dietrich mit 13 Minuten Vorzeit im Ziel ankommen.
Das Gesamtergebnis wäre sicher auch besser gewesen, da auf dem Team keinerlei Zeitdruck ausgeübt wird.

Ach ja, gehen wir noch mal zu Rene und Philipp zurück. Die kommen mit 35 Minuten Vorzeit ins Ziel und sagen sich: Das können wir nächstes mal etwas ruhiger angehen.
Ja, man glaubt es kaum. 20% von 180 Minuten sind 36 Minuten. Das heißt im Klartext, bei der Handhabung mit einem 30er Schnitt wie bei der Bürstenbinder bist du schon lange a.d.W. da hast du nach OSWP-Regelwerk noch nicht einmal die Karenz in Anspruch genommen.

Im OSWP ist es so, das dieses Jahr der Schneller gewonnen hat. (Womit ich die Leistung von Patrick und Sonja nicht schmälern möchte)
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Re: Bestrafung der Benutzung der Karenz

Ungelesener Beitragvon Miniheizer » 04. 12. 08. 21:25

Jetzt einmal eine Meinung von einem B-Fahrer Neuling:

Ich persönlich fand Ramberg sehr stressig! Mir war der Erforderliche Schnitt zu hoch. Meine Beifahrerin, war allerdings an diesem Tag auch nicht so fit wie sonst, ich habe viele SK's übersehen und das Auo war auch nicht optimal an die Bedingungen angepasst. Unter anderen Bedingungen wären wir vielleicht auch mit deutlich Vorzeit im Ziel angekommen - vielleicht.

Gerade Peter's Vergleich finde ich sehr interessant, vielleicht könnten sich das der "Bürstenbinder" ja auch noch einmal zu Gemüte führen und sich näher am OSWP Standard orientieren.

So einen Stress mit der Zeit hatte ich bei noch keiner der bis dato gefahrenen Ori's.

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Re: Bestrafung der Benutzung der Karenz

Ungelesener Beitragvon HeHoScho » 04. 12. 08. 22:14

Liebe Ori-Freunde,

möchte jetzt mal meine Meinung zu dem Thema bekanntgeben und zwar als Teilnehmer (A-Klasse) und als Veranstalter.

Als Teilnehmer habe ich selbst bei den meisten Oris Probleme mit der Zeit. Bei 75 km und 3 Stunden gehts bei mir meistens zeitlich knapp her. Trotzdem kann man einzelne Oris nicht vergleichen. Es gibt Oris mit relativ wenigen schweren Aufgaben und Oris, wo eine knifflige Aufgabe der anderen folgt. Auch kommt es immer darauf an, ob der Schotteranteil hoch ist oder gar nicht vorhanden.
Bei meinen zuletzt gefahrenen Oris bin ich in Ladenburg am besten durchgekommen und das auch nur weil ich eine Aufgabe zwar ausgearbeitet habe, aber beim Abfahren diese dann übersprungen habe. Wären dann auch wieder 5 Minuten mehr gewesen und schon wärs wieder knapp geworden.
In Bittenfeld hat mich ein Bordbuchfehler eine gute halbe Stunde gekostet und schon war die Zeit wieder knapp. Glücklicherweise hatte der Bittenfelder Fahrtleiter die 3 Stunden etwas verlängert. Aber sonst wäre ich voll in der Karenz gewesen.
Bei der Camel Trophy war die Zeit ebenfalls sehr knapp. Hier wars bedingt durch die phantasievollen Aufgaben des Organisators, z.B. angedeutete Kreisverkehr in der Pampa, wo aber keine sind.
Grundsätzlich bin ich deshalb für eine niedrige Bewertung der Karenz.

Als Veranstalter handhaben wir das seit einigen Jahren so: ca. 80-85 km für die Profis und ca. 70-75 km für die Anfänger. Beide Gruppen erhalten die gleiche Zeit von 3 Stunden 30 oder 45 Minuten. Die Karenzstrafpunkte haben wir aufgrund der Kritik von Jürgen Bruksch im Jahre 2007 in diesem Jahr von 5 auf 1 Punkt gesenkt. Und wir sind damit gut gefahren und werden das bei der nächsten Ori in 2009 wieder so handhaben.

Zudem haben wir uns seit Jahren vorgenommen, dass wir während der Ori, wenn z.B. starker Nebel auftreten sollte, die Zeit zusätzlich verlängern und dies an einer DK den teilnehmenden Teams dann bekanntgeben. Bis jetzt war es allerdings noch nicht erforderlich. Das gleiche würde natürlich auch für Glatteis oder Starkregen gelten.

Gruss Heinz
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