CO2 Neutrale Ori?!

Allgemeine Hinweise zu Veranstaltungen, Online-Ori's oder Veranstaltungsvorschläge dürfen hier unterbreitet werden.

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CO2 Neutrale Ori?!

Ungelesener Beitragvon Kuinke » 10. 7. 08. 21:05

Hallo zusammen,

Das Thema CO2 und Klimaschutz rückt immer mehr in den Fokus der Öffentlichkeit. Da fragen sich bestimmt auch viele, wieso man dann noch sinnlos Orientierungsfahrten machen muss, wo doch sowieso schon soviel CO2 verblasen wird. Sicher vielleicht nicht ganz unrecht. Ich habe aber eine Lösung anzubieten, die nicht nur hilft solche Argumente zu neutralisieren sondern auch nachhaltig Hilft.
Aufmerksam geworden bin ich durch die Band die Ärzte, die alle ihre Konzerte "Klimaneutral" veranstalten. Dazu wird ein gewisser Betrag pro Eintritskarte an COOL e.V. überwiesen. Dieser Verein pflanzt dafür dann neuen Wald an, der genau diese Menge an CO2 aus der Luft holt. Wie und wo genau das passiert kann man unter http://www.co2ol.org nachlesen. Dort kann man sich auch selbst "frei kaufen". Oder man macht als Veranstalter seine Orientierungsfahrt Klimaneutral. Das wären weniger als 1€ (bei 100km Strecke und 8l Verbrauch sind das 0,54€) pro Teilnehmer. Dafür hat man dann ein gutes Gewissen, bekommt ein Zertifikat und kann sich ein Logo auf den Aushang drucken. Und für die Umwelt auch noch was getan. Ich denke, das diese zusätzlichen Kosten sicher nicht verkehrt sind. Der Verein ist auch einer der wenigen, wo man ziemlich sicher sein kann, dass das Geld auch wirklich da ankommt und das es dauerhaft hilft. Er wird auch von vielen großen Firmen genutzt um ihre Umweltbilanz aufzumöbeln.

Was denkt ihr darüber?

Carsten
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Re: CO2 Neutrale Ori?!

Ungelesener Beitragvon georgriedel » 10. 7. 08. 23:43

Kuinke hat geschrieben:Hallo zusammen,
Das Thema CO2 und Klimaschutz rückt immer mehr in den Fokus der Öffentlichkeit. Da fragen sich bestimmt auch viele, wieso man dann noch sinnlos Orientierungsfahrten machen muss, wo doch sowieso schon soviel CO2 verblasen wird. Sicher vielleicht nicht ganz unrecht. Ich habe aber eine Lösung anzubieten, die nicht nur hilft solche Argumente zu neutralisieren sondern auch nachhaltig Hilft. Carsten


Hallo Carsten, Du schneidest ein heikles Thema an, weil es schlicht und einfach politisch ist! Und Politik sollte auf Orie.de außen vor bleiben. Ist jedenfalls meine Meinung und daher werde ich mich auch nur einmal hier dazu äußern.

Du bist wahrscheinlich ein paar Jahrzehnte jünger als ich, mir macht die Politik jedenfalls nichts mehr vor. Und was da derzeit mit diversen, vorausgesagten, Katastrophen einhergeht, hauptsächlich Abzocke, darüber muß mich niemand aufklären, mir ist längst klar was da abgeht. Und einen Verein dagegen gibt es auch schon? Na prima, was tut man nicht alles um die Welt zu retten. Wahrscheinlich mit Geschäftsführer und div. Sekretärinnen. Wenn man genügend Dumme findet eine Superidee.

Aber wie gesagt, wer die Leute mit irgendeinem Ablaßhandel verarschen will, meinetwegen, es wird auch so noch sehr teuer für alle! werden (Stichwort Klimazertifikate). Damit verkauft unser guter Staat die Luft und rechnet heute schon mit zig-Milliarden Einnahmen. Wer das wohl zahlen wird?

Aber zu den Ori´s. Man denke sich die Nordsee, nehme einen Kaffeelöffel voll Zucker und schütte ihn hinein. So ungefähr dürften die Auswirkungen unserer Fahrten auf die Energie-Welt sein. Wem dabei unwohl wird, der soll in Gottes Namen eben einen Baum pflanzen. Wenn´s nichts hilft, schaden tut es jedenfalls auch nichts.
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Re: CO2 Neutrale Ori?!

Ungelesener Beitragvon Frankenstein » 11. 7. 08. 9:47

georgriedel hat geschrieben:Du schneidest ein heikles Thema an, weil es schlicht und einfach politisch ist! Und Politik sollte auf Orie.de außen vor bleiben.


Hallo Georg,
Dass es in einem Forum Themen gibt, die außen vor bleiben sollten, diese Auffassung teile ich nicht mit Dir, zumindest nicht dann, wenn es offensichtlich Berührungspunkte gibt. Und dass Oris nichts mit Politik zu tun haben, das ist nun einfach schlichtweg falsch.

Oris sind erlaubnispflichtige Veranstaltungen und um eine Erlaubnis zu erhalten, braucht man das Wohlwollen einer Behörde und damit deren politischen Oberaufsicht.

Warum gibt es denn die Clubrallies nach dem Stil der B1 nicht mehr. Weil die damalige Sportbehörde ONS auf Druck der Politik zu der Überzeugung gebracht wurde, dass diese Form von Motorsport nicht mehr zeitgemäß sei. Es wurde 1984 als Ersatz die Rallye 200 ins Leben gerufen und die nicht abgesperrten Orientierungsetappen auf Sollzeit waren de facto abgeschafft. Das war in vielen Regionen für lange Jahre das Ende des Orientierungssports und es gab nicht viele Aktive, die sich dann in die Szene der Ori 75 mit definierter Organisationszeit herübergerettet hatten. Und wenn ich mir heute die Starterzahlen ansehe, hat sich der Orientierungssport von diesem Schlag nie so ganz erholt.

Deshalb halte ich es für richtig, dass wir, egal ob wir Teilnehmer oder Veranstalter sind, uns rechtzeitig Gedanken über den Fortbestand unseres geliebten Sports machen. Peter Trunner und René Lenck gehen den Weg, die Veranstaltung als karitative Einrichtung zu promoten. Ein absolut sinnvoller Denkansatz. Denn damit nehmen sie eventuellen behördlichen und politischen Bedenkenträgern schon viel Wind aus den Segeln. Aber das würde alles nichts helfen, wenn die Politik generell die Erlaubniserteilung für Veranstaltungen, bei denen in den Augen Andersdenkender „sinnlos“ Ressourcen verbraucht werden und Schadstoffe produziert werden, einschränkt.

Wer ist überhaupt die Politik. Ich sehe in der Politik nicht irgendwelche mehr oder weniger fähigen Menschen, die ein Amt bekleiden. Die Politik sind wir alle. Wenn man als Beispiel die Gesetze zum Nichtraucherschutz betrachtet, die ein Teil der Bevölkerung als große Einschränkung und Bevormundung empfindet. Die Politik war überhaupt nur deswegen in der Lage, diesen Menschen Einschränkungen aufzuerlegen, weil in der gesamten Gesellschaft ein Umdenkprozess zu dieser Thematik stattgefunden hat. Also nicht die Politik hat diese für mich revolutionären Änderungen verursacht, sondern wir, die Gesellschaft.

Und jetzt komme ich zum Orientierungssport zurück. Wir müssen nach Lösungen suchen, dass unser Sport in der Gesellschaft idealerweise positiv oder zumindest nicht negativ gesehen wird. Und da sollten wir in alle mögliche Richtungen denken. Deshalb ist der Denkansatz von Carsten auf jeden Fall diskussionswürdig.
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Re: CO2 Neutrale Ori?!

Ungelesener Beitragvon Kuinke » 11. 7. 08. 22:04

georgriedel hat geschrieben:Du bist wahrscheinlich ein paar Jahrzehnte jünger als ich, mir macht die Politik jedenfalls nichts mehr vor. Und was da derzeit mit diversen, vorausgesagten, Katastrophen einhergeht, hauptsächlich Abzocke, darüber muß mich niemand aufklären, mir ist längst klar was da abgeht. Und einen Verein dagegen gibt es auch schon? Na prima, was tut man nicht alles um die Welt zu retten. Wahrscheinlich mit Geschäftsführer und div. Sekretärinnen. Wenn man genügend Dumme findet eine Superidee.


Hallo Georg,

wieviel Jahrzehnte es sind weiss ich nicht. Kurz zur Politik: Der Begriff Politik wird aus dem griechischen Begriff Polis für Stadt oder Gemeinschaft abgeleitet. Er bezeichnet ganz allgemein ein vorausberechnendes, innerhalb der Gesellschaft auf ein bestimmtes Ziel gerichtetes Verhalten. Somit hast du das Ziel der Gesellschaft in der Hand, in dem du eine Partei oder Politiker wählst. Aber das nur am Rand.

Natürlich muss der Verein seine Organisation bezhalen. Genau wie der ADMV, ADAC, ACE und viele andere. Bei Cool e.V. ist es so, dass 20% für die Organisation drauf gehen und 80% für die Aufforstung genutzt wird. Wobei die 80% von deinem Geld mehr bringen, als wenn du direkt davon ein Baum pflanzt, weil der Standort und die Wahl der Bäume effektiver ist.

Ob es nun was bringt und CO2 an der Klimaerwärmung schuld ist (gibt es überhaupt eine Klimaerwärumg?) möchte ich jetzt nicht diskutieren. Ich mag es eh lieber Wärmer :wink:

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Re: CO2 Neutrale Ori?!

Ungelesener Beitragvon GerhardW » 06. 8. 08. 17:06

Seid vorsichtig mit solchen Sachen. Es gibt durchaus auch "gemeinnützige" Organisationen, die Urwälder abholzen, um genügend Platz für neue Bäume zu haben und andere, die mit Spendengeldern Urwälder kaufen, um sie "schonender" Nutzung zuzuführen. Viele davon stehen in erstaunlich engem Kontakt mit diversen Papierherstellern...

Die Bäume von dem genannten Verein werden zumindest zum Teil in Nutzholzplantagen gepflanzt (vielleicht gibt es auch ein paar wirklich gute Vorzeigeprojekte, die finanziell unterstützt werden, aber sicher nicht genügend um die ganzen gespendeten Bäume überhaupt aufnehmen zu können) wo die Bäume nach ca 50 Jahren wieder gefällt und verwertet werden sollen.
Das ist also so ähnlich, als würdet Ihr einem Waldbauern im nächsten Dorf 25 Euro geben, damit er auf einer eben abgeholzten Fläche wieder eine frische Fichte (die als Hochgebirgsbaum dort natürlicher Weise eigentlich gar nicht vorkommt) anpflanzt (was er sowieso gemacht hätte), die sein Sohn dann in 50-80 Jahren wieder fällt und an den nächsten Holzhändler verkauft.

Hier z.B. eine Werbebroschüre eines Unternehmens in Panama, das damit Werbung macht, mit Nutzholzplantagen, die sie z.T. als Partner von Co2ol anpflanzen gute Gewinne zu machen. Was zuvor auf den jetzigen Nutzholzplantangen stand, kann ich nur raten, aber ich tippe mal auf Urwälder. Und ich würde darauf wetten, dass dort ausschließlich Bäume mit einem hohen Nutzwert für Menschen angepflanzt werden, die aber gleichzeitig einen geringen Wert für die Natur haben:
www.silvainvest.de/downloads/waldinvest.pdf

Wenn Ihr also etwas machen wollt, gebt das Geld an ganz konkrete Projekte, wo Ihr möglichst auch Leute vor Ort kennt, die alles nachkontrollieren können oder legt bei entsprechenden lokalen Vereine selbst Hand an (Heide entkrauten, Müll sammeln, Krötenzäune betreuen, renaturieren von Mooren, etc), anstatt unfreiwillig Wirtschaftshilfe für südamerikanische Holzbarone zu leisten.
Vermenschlicht nicht die Tiere, vertiert den Menschen ;-)
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